Mittwoch, 28. Januar 2009

Bad Hair Day´s

Ich schaue in meinen Mondkalender nach, wann der günstigste Tag ist um zum Frisör zu gehen.
Das was ich vor kurzer Zeit noch Frisur nannte, ist irgendwie aus der Form gegangen.
Meine Haar scheinen schneller gewachsen zu sein als sie es normaler weise tun
und haben die Fasson verloren.
Vielleicht habe ich sie nicht zum richtigen Zeitpunkt schneiden lassen.
Diesesmal will ich es mit dem Mondkalender versuchen um Bad Hair Day´s zu vermeiden.

Samstag, 24. Januar 2009

Vom weisen, besinnlichen Alter

Seit einigen Tagen nehme ich mir schon vor, wieder etwas für diesen Blog zu schreiben.
Allzuoft hat eine kurze Notiz, oder ein Bild reichen müssen.
Jetzt gebe ich mir selber einen Schubs und fange endlich an.
Worüber schreibe ich?
Das Wetter? Das ist überall gleich schlecht.
Die politische Lage? Die kennt jeder genausogut wie ich.
Bleibt also nur noch mein Alltag.
Im Grunde spielt sich dort auch jeden Tag das Selbe ab, mit dem Unterschied, dass er mal mehr und mal
weniger an meinen Nerve zerrt.
Hatte ich doch schon im vorherigen Artikel das Thema Wechseljahre, so ist es nun das Älterwerden.
In der letzten Woche hatte ich mir ein Magazin gekauft, das sich psychologisch mit den Altwerden beschäftigt.
Wenn man älter wird, so heißt es darin, wird man ruhiger, gelassener und auch zufriedener. Sieht neue Perspektiven.
Alles hört sich wunderbar an und ich bin mir sicher, dass ich genau so werde.

Doch... haa... da sind meine Erfahrungen, die mir etwas vollkommen anderes erzählen.
Ich arbeite in einem " Haus Für Betreutes Wohnen". Dort bin ich, für die meisten alten Menschen die erste Ansprechpartnerin.
Ich möchte euch jetzt ein Beispiel geben; nur eine halbe Stunde aus meinem Alltag.

Gegen elf Uhr mache ich Pause. Dann hole ich mir einen Kaffee und esse mein erstes Frühstück -ein Brötchen.
Von Ruhe kann keine rede sein. Jetzt sieht jeder der vorbei kommt, dass ich Zeit habe.
Die erste Dame kommt an - natürlich sind es immer die mit denen man sich nicht so gerne unterhält, weil sie einem immer mit Beschlag belegen. Diese muss die Blumen gießen- sie hat das ehrenamtlich übernommen. Kommt jeden Tag, sodass den Pflanzen schon Schwimmflossen wachsen und braucht mindestens anderhalb Stunden dafür.
Kurz darauf kommt die zweite Dame und setzt sich zu mir an den Tisch.
"Hören sie mal. Ich muss ihnen mal was erzählen. Sind wir alleine?"
Dame eins horcht gerne und ich sehe wie sie hinter einem Schrank stehen bleibt.
Ich sagte. "Frau W... gießt gerade die Blumen" und hoffte beide damit wieder los zu werden.
Dame Eins fühlt sich ertappt und kommt hervor. Setzt sich ebenfalls an meinen Tisch und erklärt der Dame Zwei:
Also..., gestern habe ich mich ja bei der Leitung endlich einmal beschwert. War doch schon wieder die Waschmaschine unten nicht leergeräumt und niemand wusste wem die Wäsche gehört. bla...bla.. bla...
Ich versuche das alles zu ignorieren und trinke meinen Kaffee. Biete auch niemandem etwas an, damit sie nicht noch länger bleiben.
So schnell geht dass aber nicht.
Das Gespräch ging weiter über jemanden der nicht freundlichgenug grüßt, bis zu den Wehwehchen die man im Alter bekommt.
Naja.. ein junger Hüpfer bin ich nun mal gerade auch nicht mehr mit meinen neunundfünfzig. In der Runde war ich jedoch die jüngste. Dabei muss ich betonen, dass es ausgerechnet den beiden ziemlich gut geht und dass sie bei jeder Feier dabei sind und dafür sorgen, dass sie auch im Mittelpunkt stehen.
Die eine klagte über ihre Akupunktur und dass sie diese doch als unangenehm empfindet. Die zweite beklagte sich, dass sie Dies oder Jenes nicht mehr heben kann, usw
Zum Schluss sahen mich beide mit leiderfüllten Gesichtern an und meinten:
Ach Frau B... sie wissen ja gar nicht, was alles schreckliches auf einen zukommt, wenn man alt wird. Irgendwie haben wir wohl den Zeitpunkt verpasst, an dem wir uns besser aufgehängt hätten.
Mir blieb der Rest meines Kaffees im Hals stecken und ich betete innerlich.
Lieber Gott, bitte lass mich nicht so werden.

Mittwoch, 21. Januar 2009

Wechselzeit

Vor einiger Zeit habe ich einen Blog von Martina entdeckt, den ich ganz fantastisch finde.
Wechselzeit hat sie ihn genannt. Sie schreibt darin ganz offen und wie ich finde sehr mutig ihre Selbstbeobachtungen auf. Wechseljahre als Wechselzeit. Als ich ihre Aufzeichnungen zum ersten mal las, dachte ich, dass ich etwas über mich lese. Scheinen Frauen doch in dieser Zeit ähnliche Erfahrungen zu machen.
Jetzt ist diese Wechselzeit überstanden, jedoch der Prozess des sich veränderns ist nicht damit beendet.
Periodisch kommen immerwieder Situationen und Erinnerungen in mir hoch, die ich zu verarbeiten habe.
Von vielem habe ich mich gelöst. Es war nicht einfach. Es ist,als ginge ich innerlich langsam rückwärts durch mein Leben
um das zu finden, was mein ICH einmal ausgemacht hat... was wesentlich war.
Ich bin ruhiger und zufriedener geworden, ich kann gut alleine sein und bin immer beschäftigt und mir ist heute wieder bewusst geworden,
dass ich wieder Träume habe.
Vorher habe ich gelebt um zu verarbeiten und zu überleben, jetzt hab ich wieder ein Ziel ... einen Traum
Wenn ich auch noch nicht weiß wie ich es erreichen kann, so habe ich doch
genug vertrauen ins Leben um zu wissen, dass ich es erreichen werde.

Montag, 5. Januar 2009