Donnerstag, 7. Januar 2010

Nachts in London-Heathrow /At night in London Heathrow

flugzeug-0097.gif von 123gif.deNun bin ich wieder zurück und wünsche noch einmal allen ein Frohes Neues Jahr.
Das Wetter war doch eigentlich genau so wie wir es uns alle gewünscht haben: Weiße Weihnacht!
So romantisch es auch aussieht, scheint man doch zu vergessen wie unangenehm die Kälte ist.
Mit dem Gedanken, dass man mich umbuchen kann falls ein Flug ausfällt, habe ich am 22 Dezember frühzeitig mein Haus verlassen
.Aber nein, alles ging glatt. Ich landete pünktlich in London Heathrow und musst dort auf die Anschlussmaschine nach Aberdeen warten.
Da begann mein Dilemma. Die Maschine kam mit viel Verspätung aus Istanbul. Als ich glücklich on Board war, musste diese erst enteist werden. Wir waren aber die 23. in der Reihe. 1 1/2Stunden warten. Aber wir waren ja im Warmen und gut versorgt. Bis der Pilot uns sagte, dass in Aberdeen der Flughafen bis zum nächsten Tag wegen heftigen Schneefalls geschlossen wird. Alle wieder raus aus der Maschine; aber das dauerte. Es wurde später und später. Das Gepäck musste ausgeladen werden und wir warteten wieder. Ewigkeiten! Nachts um 1,30 Uhr hatten wir es endlich. In London gab es keine einziges freies Bett mehr. An einen nahegelegenem Zielort wie Glasgow oder Edinburgh konnte ich mich auch nicht fliegen lassen, da auch den Bahnverkehr zusammengebrochen war und ich wäre von dort nicht weitergekommen. Jedoch gehörte ich zu den wenigen glücklichen, die in einer abgelegenen Ecke von Terminal 5 eine freie Sitzreihe fanden auf die man sich legen konnte; andere übernachteten einfach auf dem kalten Fußboden. Okay, dachte ich optimistich, eine neue Erfahrung.
Ich lag da und beobachtete mein Umfeld. Es gibt dort etwas was ich nie zuvor gesehen habe:
In Heathrow gibt es keine Papierkörbe und Abfalleimer wegen der Angst vor Terror. Also hat man eine andere Lösung gefunden-
Regelmäßig laufen Personen in zweierGruppen den Terminal auf und ab. Sie sind ausgerüstet mit Spazierstöcke an denen diese Greifer sind um alles was am Boden liegt aufzusammeln. In der anderen Hand haben sie eine große Mülltüte.
Dann gibt es Menschen die laufen einzeln mit einem Wischmopp herum. Wenn jetzt irgendwo mehrere Schnippsel Papier liegen, gehen die mit den Greifer hin und nehmen ein oder zwei dieser Schnippsel auf und stecken diese in ihren Müllsack. Auf dem Rückweg wird der Rest der Schnippsel aufgenommen. So haben sie länger etwas zu tun. Kritisch wird es, wenn sie die Person mit dem Wischmopp treffen, denn dann müssen sie sich irgendwie einigen wer jetzt berechtigt ist die Schnipsel aufzuheben.
Nach einer Weile wurden die Lichter der Schalter gelöscht und es trat Ruhe ein. Die Klimaanlage summte laut und es war ziemlich kühl. Alle hat sich, so gut wie es ging, in ihren Mänteln eingemummelt. Ein Kiosk hatte noch auf und ich sah einen Kartoffelchips kauenden jungen Mann, der nur mit einer dünnen Hose und einen T-Shirt bekleidet war. Dafür trug er aber eine enorm dicke Pudelmütze - was ziemlich kurios wirkte. Eine Frau kam an mir vorbei. Sie hatte in etwa meine Figur und ich dachte: die muss Deutsche sein - was sich später auch bestätigte. Ein Luftballon, vielleicht einem Kind davongeflogen, hing hoch oben an der riesigen, geschwungenen Decke. Irgendwann war er weg. Hat man ihn heruntergeholt? Ich habe es nicht gesehen. Ich muss wohl eingeschlafen sein

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