Sonntag, 29. August 2010

Reflexionen

Der Sommer ist verweht. Seine Überreste schweben durch die Luft und verfangen sich wie Ballons, die an des Nachbarns Antenne hängen bleiben.
Viel gab es zu lernen, viel zu bewältigen und aufzulösen
Meine in Schottland und Irland lebenden Kinder haben mich besucht. Einer nach dem Anderen sind sie in diesem Jahr gekommen und ich fand das schön, denn so hatte ich jeden einwenig für mich alleine. Über vieles wurde geredet, diskutiert, debattiert und erzählt. Ich bin sehr stolz auf meine Kinder, jedoch wie das bei allen Müttern so ist, ist man nicht immer mit allem einverstanden und nicht immer mit ihnen einer Meinung.
Der Lernprozess des "Loslassens" ist für mich noch nicht abgeschlossen. Wird er das aber jemals sein? Ich muss ihre Entscheidungen und Meinungen akzeptieren. Aber was ist wenn sie doch den falschen Weg gehen? Ich hoffe, dass ich dann dasein kann um sie aufzufangen. Dann frage ich mich aber: War ich nicht auch so? Ich versuche es ans Universum abzugeben denn ich weiß,dass das die Ängste einer Mutter sind.
In diesem Sommer hat sich auch einiges bei mir getan. Ich wurde mit meinem Leben konfrontiert. Es war eine selbstgewählte Konfrontation. Um wirklich frei zu werde, muss ich mich den "Geistern der Vergangenheit" stellen.
Während ich Jahre brauchte um mir die Gespinste der letzten 30 Jahre - Ehe und Partnerschaft- aus meinen Haaren zu waschen, ging ich diesesmal in meine Kindheit zurück.
Den Anstoß hatte mir vor etwa zweieinhalb Jahren eine frühere Lehrerin von mir gegeben, die zufälliger Weise in das Haus Für Betreutes Wohnen einzog in dem ich arbeite - sie brachte die Kugel ins Rollen.
Jetzt fand ich Kontakt zu früheren Schulkameraden. Der war zum Glück erfreulicher als das Wiedersehen mit meiner ehemaligen Lehrerin.
Auch forschte ich in der Geschichte meiner Familie und Vorfahren. Nicht alles was ich fand gefiel mir, aber es bracht Erklärungen.
Ich fand Verwandte von deren Existenz ich zuvor nichts wusste. Ich dränge mich ihnen nicht auf, schließlich sind wir ein Leben lang ohne einander ausgekommen - mir genügt das Wissen, dass sie da sind.
Nach Auflösungen dieser Art entsteht in mir immer eine Leere. Erloschene Emotionen hinterlassen ein Nichts. Dann brauche ich Ruhe und Zeit. Ich ziehe mich zurück. Es ist als hätte ich ein Fieber überstanden - der Kampf ist vorbei.
Es ergeht mir wie die Luftballons an meines Nachbarns Antenne. Ich habe mich losgerissen - ich bin frei. Meine Kreativität kehrt zurück. Das Leben geht weiter.

Aber ich brauche es Bunt in meinem Leben, also greife ich wieder zu Farbe und Pinsel.
Ps. Und noch etwas habe ich gelernt: Das mir Einträge wie "Endlich eine Erklärung" 51 Klicks an einem Tag auf meinen Blog einbringen können * lach*

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